Was bringt uns die Cloud

Von Ingo H. Fleckenstein, Qurius Deutschland AG

Seit der CeBIT 2010 dominiert der Begriff Cloud Computing die Online- und Print-Medien. Doch welche Optionen gibt es und welche Vorteile bietet es? Zu oft schon sind IT-Hypes im Internet-Zeitalter entstanden und genauso schnell wieder verpufft. Mit Cloud Computing ist das anders: warum etwas kaufen, wenn man es nur nutzen möchte und das nicht nur sehr flexibel sondern auch noch sehr günstig tun kann. In der Wirtschaftskrise haben Unternehmen genauer hingeschaut: Bis zu 80% der IT-Ressourcen blieben dort ungenutzt. Viel gebundenes Kapital, das für andere Investitionen fehlt. Da sich Unternehmen immer schneller wandeln, müssen auch Systeme und Infrastrukturen flexibel ausgelegt sein. Hard- und Software, die man sich kauft, und erst nach monatelanger Implementierung zum Laufen bringt, sind es in der Regel nicht. Cloud Computing kombiniert viele Vorteile: Individualität, Mobilität, Flexibilität, geringe Investitionen, geringe Betriebskosten, Datensicherheit. Fast 40 Prozent aller Unternehmen nutzen es bereits, weitere 35 Prozent prüfen einen Einsatz bis 2012.  

Cloud Computing längst Realität

Wir nutzen Web-Services, Recherchetools und Smartphone-Apps heute wie selbstverständlich, machen uns über die technische Realisierung keine Gedanken. So eignen sich insbesondere  Standardapplikationen, die nicht unternehmensspezifisch angepasst werden müssen, dafür, diese aus der Public Cloud zu beziehen. Die Business-Applikationen sind und bleiben vergleichsweise günstig, weil sie von vielen verschiedenen Anbietern angeboten werden. Software und Dienste aus der Public Cloud zu beziehen, kann mit Omnibus fahren verglichen werden. Wer es individueller mag, steigt ins Taxi. Das ist zwar etwas teurer, aber wenn man nicht jeden Tag und große Strecken fährt, immer noch günstiger als das eigene Auto, wobei nicht nur die reinen Betriebskosten des Fahrzeugs zu sehen sondern auch der Zeitaufwand für Pflege und Wartung zu berücksichtigen sind. Verschiedene IT-Provider bieten die Einrichtung und den Betrieb einer sogenannten „Private Cloud“. Viele größere Unternehmen geben ihr den Vorzug, weil sie so besser Individualanwendungen integrieren können  und ihre hochsensiblen Daten nicht in der Public Cloud ablegen müssen, obwohl Cloud-Anbieter die aktuellsten Sicherheitsstandards garantieren, die über das hinausgehen, was jedes einzelne Unternehmen im Normalfall ausgeben würde. Die modernen Online-Services, wie auch die von Microsoft, unterstützen die „New Ways of Working“, die von einem sehr mobilen und vernetzten Zusammenarbeiten geprägt sind und letztlich dadurch die Umwelt  entlasten, denn der Zugang zu Applikationen oder zu Unternehmensdaten ist von jedem Ort mit einem Internetzugang möglich. Rush-hour, was war das noch? Word, Excel und Powerpoint werden über die Azure-Plattform einfach abgefordert, damit entfallen die Updates auf unzähligen Arbeitsplatzsystemen. Und für die Kommunikation mit den Kollegen gibt es Tools wie den Office Communicator von Microsoft: Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit im Berufsleben erfordern manchen Kompromiss, was Meetings angeht, aber so bleibt die persönliche Kommunikation erhalten.

Hybride Cloudsysteme gewinnen

Da besonders Konzerne ihre eigene Cloudplattform betreiben wollen, werden in Zukunft hybride Cloudsysteme vorherrschen, weil die Unternehmen sich je nach Nutzungsgrad, Funktionsumfang, individuellen Anforderungen und weiteren Parametern für jede einzelne Applikation genauestens prüfen, welches Modell das am besten geeignete ist. Der Druck auf die Total Cost of Ownership zwingt die IT-Verantwortlichen aber dazu, neue Technologiekonzepte zu prüfen und jegliche Kostensenkungspotenziale zu erschließen - und das nachhaltig. Und bei allen Überlegungen spielen in Zukunft auch andere, nicht IT-spezifische  Faktoren eine Rolle wie beispielsweise die CO2-Bilanz des eigenen Unternehmens. Ein Drittel der Kosten eines Rechenzentrums entfallen allein auf die Kühlung der Server. Macht es da nicht Sinn, sich die Server mit anderen Marktteilnehmern oder Geschäftspartnern zu teilen?   

Internationaler IT-Partner bietet Sicherheit

Bei der wachsenden Zahl von IT-Service-Providern, die Cloud Computing, SaaS und Hosting anbieten, kann man sich heute den idealen Partner aussuchen, der die gewünschten Ressourcen, Verfügbarkeiten und Service Levels zu akzeptablen Bedingungen bereitstellen kann. Dazu gehört auch ein internationales Netzwerk von Rechenzentren, das jegliches Ausfallrisiko durch ausgeklügelte Datensicherheitskonzepte minimiert und eventuell über Partner den Support zu unterschiedlichsten Zeiten rund um den Globus bieten kann. Wichtig dabei ist, die Verträge mit dem Cloudbetreiber flexibel zu gestalten. Cloud Computing bietet speziell für kleine und mittelständische Unternehmen noch nie dagewesene Chancen, anspruchsvolle Softwarelösungen zu einem günstigen Preis und zu mieten, beispielsweise CRM-Systeme, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Temporäre oder dauerhafte Nutzer werden einfach neu angemeldet, nicht benötigte zum Monatsende wieder abgemeldet. Einmal gekaufte Userlizenzen würden dagegen nach Jahren noch im Schrank liegen. Schöne neue IT-Welt.

 

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